Anwendung von Biokunststoff in Verpackungen und Medizintechnik
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Anwendungen

Biokunststoffe

Biokunststoff in Aktion: Produkte und Anwendungen

Kunststoff sei weniger eine Substanz als vielmehr die Idee ihrer endlosen Umwandlung,
sagte einmal der französische Philosoph Roland Barthes.

 

Hier einige Beispiele für die Wandlungsfähigkeit der von uns vertriebenen Biokunststoffe.

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Filament aus PLA für 3D-Druck

Mit dem von VVK entwickelten Filament aus PLA für den 3D-Druck lassen sich besonders gut transparente Modelle bzw. Prototypen zur Anschauung von Objekten drucken. Umweltschonend, kostengünstig, leicht und geruchsneutral zu verarbeiten, formstabil, schlagzäh, schwer entflammbar, mit hoher UV-Beständigkeit sowie relativ geringen Warping-Effekten – das Material verzieht weder beim Druck noch löst es sich von der Druckplatte. Zudem zieht es keine Fäden und besticht durch eine saubere Oberfläche. Allerdings: Da PLA bei Temperaturen ab etwa 60 Grad beginnt weich zu werden, ist das Filament für stark belastete Werkstücke weniger geeignet.

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Brillengestelle aus BIO-PE

Polyethylen ist der gebräuchlichste Kunststoff der Welt – und aus Erdöl gemacht. Das bedeutet: Die Produktion einer Tonne Plastik pustet sechs Tonnen Kohlendioxyd in die Atmosphäre. Dieses Verhältnis repräsentieren auch all die schönen, stabilen und im Vergleich etwa zu Horn so günstigen Brillengestelle. Doch die VVK weiß, wie es anders geht: mit biobasiertem Polyester aus nachwachsenden Rohstoffen. Er ist ebenso bruchfest wie petrobasiertes PE, hat eine hohe Beständigkeit gegenüber Salzen und Säuren, lässt sich um keinen Deut weniger gut verarbeiten wie konventioneller Kunststoff und überzeugt zudem mit einer ähnlich hohen Anwendungsbreite.

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Grüne Alternativen zu EPS- und EPP-Verpackungen

Ein federleichtes Gewicht und erstklassige thermische Isoliereigenschaften gegen Wärme und Kälte – das sind die herausragenden Qualitäten von expandierbarem Polypropylen (EPP) und expandierbarem Polysterol (EPS). Die Schaumstoffe mit hohem Luftanteil kommen unter anderem im Bausektor zum Einsatz, in der Verpackungsindustrie oder bei der Produktion von Bedarfsgegenständen wie etwa Filtern, Griffen oder Spielwaren. Mittlerweile ist dieser außergewöhnliche Stoff auch in einer ökologischen Variante zu haben: voll kompostierbar und aus nachwachsenden Rohstoffen. Abstriche im Vergleich mit konventionell hergestellten Schaumstoffen gibt es weder hinsichtlich Struktur und Aussehen, den isolierenden und mechanischen Eigenschaften, dem Gewicht oder der Unempfindlichkeit gegenüber Kunststoffen. Zudem widersteht das Produkt Schimmel und Sonnenstrahlen und ist gesundheitlich völlig unbedenklich.

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Umweltgerechte Lebensmittelverpackungen

Kunststoff ist aus der Verpackungsindustrie nicht wegzudenken: Etwa 40 Prozent der 14 Millionen Tonnen Umhüllungen, die in Deutschland pro Jahr verbraucht werden, sind aus diesem Material gefertigt. Ein erheblicher Teil davon besteht aus relativ kurzlebigen Artikeln wie Tragetaschen, Beuteln, Folien oder Einweggeschirr. Vor allem in diesem Anwendungsbereich sind die Aussichten für Biokunststoffe exzellent. Schon heute wird ein signifikanter und stetig wachsender Teil davon auf pflanzlicher Basis produziert. Die VVK unterstützt diesen Trend auf der ganzen Linie. Schließlich ist sein Potenzial riesig – auch hinsichtlich des Anbaus von Rohstoffen wie Mais, Zucker oder Kartoffeln, die für die Produktion von Biokunststoff nötig sind. Der Anbau der Ressourcen für die in Deutschland verwendeten Mengen an Biokunststoffverpackungen beispielsweise verbraucht gerade einmal 0,001 Prozent aller auf der Erde genutzten landwirtschaftlichen Flächen.

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Biologisch abbaubare Komponenten der Medizintechnik

Operationen mögen noch so erfolgreich verlaufen – in der Regel sind sie belastend, schmerzhaft und teuer. Biokunststoffe können heute auch auf diesem Feld Verbesserungen herbeiführen: durch Nähte und chirurgische Schrauben, die im Körper abgebaut werden, nachdem sie ihren Dienst getan haben. Im Gegensatz zu Gewindestiften aus Titan ist es einerseits überflüssig Letztere nach einer Weile zu entfernen oder durch neue zu ersetzen. In bestimmter Form können sie zudem sogar den Knochenaufbau fördern. Die Basis für diese Errungenschaften bildet Poylactid (PLA). Sein Ausgangsstoff ist Milchsäure, die auch im menschlichen Körper vorkommt und darum von ihm resorbiert werden kann. Um diese Eigenschaft sowie die mechanische Stabilität sicherzustellen, wird PLA zuweilen mit Hydroxylapatit (HA) zu einem Komposit gemischt. Das Mineral ist in Knochen bis zu einem Anteil von 40 Prozent enthalten.

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Zahnschienen und Abdrucklöffel aus PLA

Biokunststoffe sind eine saubere Sache. Kein Wunder, dass sie auch in der Mundhöhle ihren Platz haben. Es gibt sie in Form von Zahnschienen, Bissschablonen und individuellen Abdrucklöffeln aus PLA. In puncto der verarbeitungstechnischen Qualität halten sie den herkömmlichen Artikeln – Polystyrole auf Erdölbasis – stand und übertreffen sie sogar zuweilen. Etwa aufgrund der transparenten Eigenschaft des Polylactids: Zahnärzte können so die durchgedrückten Bereiche klar erkennen und noch präziser arbeiten.

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Biologisch abbaubare Mulchfolien

Landwirte wissen, wie wichtig Mulchfolien für den Ackerbau sind: Sie beschleunigen die Keimung und die Anbauzyklen, schaffen langfristig nährstoffhaltige Böden, senken den Wasserverbrauch und vermeiden oder verringern den Einsatz von Herbiziden und Pestiziden – um nur einige Vorteile zu nennen. Der Nachteil ist jedoch ebenso bekannt. Er besteht aus dem Aufwand und den Kosten für das spätere Recycling. Dank biologisch abbaubarer Mulchfolien ist dieser Makel nun Geschichte. Als Komplexbildung aus Stärke und Polyester sind sie biologisch abbau- bzw. kompostierbar und bei gleicher Leistungsfähigkeit teilweise sogar dünner als konventionell produzierte PE-Ware. Zudem können sie je nach Feldfrucht in verschiedenen Größen und Qualitäten geliefert werden. Landwirte sparen mit ihnen Zeit und Geld: Sie brauchen die Folien nach der Ernte nicht mehr vom Feld holen und entsorgen oder recyceln, sondern können sie einfach mit den Pflanzenresten unterpflügen.

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Kompostierbare Pflanzentöpfe

Es fällt schwer, sich diese Menge bildlich vorzustellen: Rund 1200 Tonnen Kunststoffmüll produzieren Landwirtschaft und Gartenbau der EU pro Jahr. Etwa ein Drittel davon gehen auf das Konto von Zubehör wie Töpfen, Schalen oder Netzen. Das bedauert nicht nur die Agrarindustrie; auch private Gartenbesitzer sind genervt, wenn sie ihre Restmülltonne wieder und wieder mit Bergen von Plastikabfall füttern müssen. Dabei gibt es schon heute Alternativen aus Biokunststoff, die die VVK nach Kräften fördert: biologisch abbaubare Pflanzentöpfe aus Stärke, die nach Gebrauch Bakterien, Würmern und anderen Lebewesen als Nahrung dienen – und so innerhalb weniger Wochen verschwunden sind.